Mittwoch, 13. Juni 2012

darkness

Seine Hände berühren meine Hand, greifen sie fest und ziehen sie hinter sich her. Ich will mich wehren, doch lasse starr vor Schreck alles über mich ergehen. Er ruft mich, ich antworte leise 'hier bin ich' und bleibe an der Wand stehen. Ich spüre ein Atem auf meiner Schulter und höre in leise meinen Namen flüstern. Seine Arme umklammern meinen fetten Körper. Langsam tastet er mein Gesicht ab. Ich fühle mich unwohl, aber fange an zu lachen. Er sieht mich nicht, keiner sieht mich. Ich bin nicht alleine, aber doch dieser Situation schutzlos ausgeliefert. Ein großer Schritt rückwärts könnte mein Schutz sein, doch überall sind meine Klassenkameraden und somit bleibe ich immer in seiner Nähe. Immer und immer wieder sucht er meinen Körperkontakt, fässt meine Brüste an, streicht mir durch das Haar und nimmt mich bei der Hand. Ein Schrei würde nicht helfen, denn wer würde mir glauben, dass der Mann mich belästigt?! Klar, wir sind in einem Museum, welches komplett in der Dunkelheit abläuft. Er ist blind und ich sehe für kurze Zeit nicht das Tageslicht. Nur mit seinen Händen kann er sehen. Darf er mir vielleicht sogar so nahe kommen?! Meine Klassenkameraden reißen mich aus meinen Gedanken. Sie haben mitbekommen, dass der Mann die ganze Zeit meinen Namen sagt etc. doch denken sie, dass ich es will. Sie sehen nicht meinen Gesichtsausdruck. Einer der Jungen fragt ihn, ob er single sei. Ein 'Ja' von ihm bringt alle zum schmunzeln. Sie teilen alle ein und denselben Gedanken. Er sei doch etwas für mich, sagen meine Klassenkameraden. Ich hätte mich wehren können, doch ich will nicht wertlos sein. Ich hasse es, dass man meine Schutzlosigkeit so ausnutzt, doch liebe ich es, einen Menschen Freude machen zu können. Ohja, mein ewiger Teufelskreis...

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