Sonntag, 22. April 2012

die

Sie kommandieren mich herum, als wäre ich ihre Sklavin. Meine Augen sind gefüllt mit Tränen, doch drehe ich mich weg, damit niemand sieht, wie traurig ich bin. Verwandte kommen heute, das bedeutet Maske aufsetzen, aber ich weiß jetzt schon, dass ich das nicht schaffe. Ich gehe an mein Verbandskasten verstecke alles in meinen Taschen, nehme die Klinge und gehe ins Bad. Ich höre meine Mutter rufen 'Wo bist du? Unsere Gäste kommen gleich' doch ignoriere sie. Warum kann man mich nicht einfach mal in Ruhe lassen? Ist das zu viel verlangt? Ein blutendes 'DIE' auf meinem Bein nehmen meine Augen wahr. Shit. Es war zu tief, wie so oft auch in letzter Zeit. Meine Mutter möchte, dass ich sofort aus dem Bad komme. Mein Blut kann ich nicht genießen, mich also nicht abreagieren. Schnell verbinde ich alles und verstecke die Klinge in meiner Tasche. Wie in Trance renne ich in mein Zimmer um die Klinge zu verstecken. Setze ein schmerzverzehrtes Lächeln auf und begrüße meine Verwandten. 'Wie geht es dir?' 'Gut und selbst?' 'Ja auch' 
- LÜGE! Mir geht es alles andere als gut. Wenn ihr nur wüsstet!
Mein Kreislauf beginnt zu versagen und ich zieh mich zurück in mein Zimmer, wo ich auch fast den ganzen Tag bleibe. Morgen ist Schule, doch will ich gar nicht dort hin. Menschen, Blicke, Gespräche, etc. NEIN! Das will ich nicht. Ich kann es nicht. Warum kann ich nicht einfach tot sein?





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