Freitag, 13. Januar 2012

13.01.2011 Selbstmordversuch

Es geschah genau heute vor einem Jahr. Auslöser war, der das Fass zum überlaufen bracht, als eine aus meiner Klasse 11.01.2011 sagte, dass ich die ganze Klassengemeinschaft durch meine Existenz zerstöre. Mir ging es sowieso schon schlecht und ich spielte die ganze Zeit mit dem Gedanken mein Leben zu beenden. Nun war die Zeit gekommen dachte ich und täuschte Magendarm vor. Also blieb ich zu Hause. Eine sehr gute Freundin von mir war gerade auf dem Weg in die Schule und ich telefonierte mit ihr. Ich erzählte ihr, dass ich mich heute gerne umbringen möchte in einem ironischen Ton. Klar, wieso sollte ich das machen, fragte sie sich und sagte: Bitte mach es nicht. Somit versprach ich es ihr, es nicht zu machen. Innerlich aber dachte ich 'Scheiß auf die Versprechung' und nahm eine Tablettenüberdosis. Sofort merkte ich, wie blöd das doch von mir war und rief meine Oma an. Ich weinte, doch konnte ihr nicht die Wahrheit sagen. Dann rief die Schulpsychologin an und stellte mich vor eine Entscheidung. Entweder kommst du jetzt hier in die Schule zu mir oder ich ruf deine Eltern an, dass sie zu dir nach Hause kommen. Ich entschied mich für Nummero 1.
Wieso sie anrief und davon wusste? Ich habe der Freundin, mit der ich telefonierte eine SMS geschrieben, dass ich eine Tablettenüberdosis genommen habe. Sie ging sofort zum Klassenlehrer, der wiederum rannte, ja wirklich rannte zur Schulpsychologin, die mich dann anrief. Auf dem Weg in die Schule weinte ich wie ein Schloßhund und hörte die Anrufe meiner verzweifelten Schulpsychologin nicht. Als ich bei ihr total verweint ankam nahm sie mich erst mal in den Arm. Ich merkte, dass es sie mit nahm. Sie war geschockt, zu mal ich vor 2 Tagen noch ein Gespräch mit ihr hatte und nichts von einem Selbstmordversuch, den ich plante, erzählte. Eine Freundin von mir kam ebenfalls in den Raum und weinte.
Ich schluchzte und wusste nicht was nun passiert. Dann kam der Schulleiter und sagte 'Du bist neu auf der Schule, stimmts? Ich habe dich noch nie gesehen und hätte dich viel lieber auf anderem Wege kennen gelernt'
Er rief den Notarzt an und als ich davon erfuhr weinte ich nur noch mehr und sagte 'Ich will nicht, dass meine Eltern das erfahren, bitte!'
Als der Notarzt kam rief er meine Eltern an und sagte nur 'Hier ist der Notarzt, wir sind gerade in der Schule ihrer Tochter und bringen sie gleich in die Klinik. Sie hat versucht sich umzubringen mit einer Tablettenüberdosis'
'NEEEEEEEEEEEEEIN MAMA PAPA. Es tut mir so Leid' dachte ich doch konnte es nicht mehr rückgängig machen. 5 Minuten später waren sie da. Ich hielt Abstand von ihnen, weil ich mich schämte. Sie kamen und nahmen mich in den Arm. Mir war das alles so peinlich, wie konnte ich das allen nur antun? Mein Vater fuhr nach Hause, um meinen Bruder vom Kindergarten abzuholen und meine Mom fuhr mit mir im Krankenwagen mit. Ich saß da, starrte aus dem Fenster, schwieg und weinte. Im Krankenhaus angekommen nahmen sie mir sofort Blut ab und brachten mich in mein Krankenzimmer. Die Fenster wurden zugeschlossen, damit ich nicht raus springen konnte. Ich bekam eine Infusion und durfte den ganzen Tag nichts essen und nichts trinken. Dabei hatte ich doch so einen großen Hunger und Durst. Das war wohl die Strafe dafür. Aber es kommt noch schlimmer. Erstmal heulte ich mich bei meiner Mom aus und erzählte ihr mein ganzes Leben. Sie erfuhr an diesem einen Tag so viel von mir. Das ich mich selbst verletze, mich selber hasse, Selbstmordgedanken habe etc.
Sie weinte und sagte immer 'Wieso nur? Bin ich so eine schlechte Mutter? Kind, es tut mir Leid. Ich will nicht das du gehst. Ich liebe dich doch'
Mein Dad kam auch und weinte. Ich habe ihn noch nie weinen sehen. Alle waren aufgelöst. Meine Brüder weinten. Meine Freundinnen weinten. Meine Psychologin weinte. Meine Verwandten weinten. Alle dachten an mich und fragten sich 'Wieso?'
Das sollte eine Psychaterin klären, die Nachts um Mitternacht erst ankam. Ich war total müde, musste aber bestimmt noch 2 Stunden mit ihr darüber reden. Wieso. Weshalb. Warum. Es war Horror. Dann wollte sie all meine Narben sehen. Doch ich ging erstmal auf das Besucher Klo und sah Spülmittel. 'Soll ich es nehmen oder nicht? Mir ist das voll peinlich mit meiner Tablettenüberdosis! Aber nein das kann ich allen nicht auch noch antun. Ich will doch nicht in die Klapse'
Diese eine Frau entschied, ob ich in die Klapse komme oder nicht. Meine Aussage 'Ich wusste nicht, was bei einer Tablettenüberdosis passiert' hat sie geglaubt. Normalerweise muss man zu 99,9% dann in die Klapse. Aber ich bin eine von den 0,01% gewesen. Ich durfte nach 3 Tagen Krankenhaus endlich wieder nach Hause. Die Nächte da waren der reinste Horror. Überall nur Kabel und immer musste ich eine Krankenschwester rufen, wenn ich auf die Toilette musste. Das Essen da war mies und alles roch nach Krankenhaus. Eine Etage über mir war die Krebsstation. Ich fragte mich 'Wieso hast du das getan? Dort liegen Kinder, die leben wollten und du willst dein eigenes Leben beenden? Man bist du krank!'
Als ich endlich nach Hause durfte kam mir alles so fremd vor. Ich war der Mittelpunkt und alles schaute auf mich. Meine Eltern kontrollierten mich dauernd und schloßen alles Gefährliche vor mir weg. Sie hatten Angst! Monatelang durfte ich nicht alleine zu Hause bleiben doch irgendwann legte sich das auch.
Meine Klasse wusste auch Bescheid davon, denn ich erlaubte meinem Klassenlehrer es zu sagen. Viele sahen mich, wie ich weinend in den Krankenwagen stieg aber wussten, dass ich nicht in der Schule eigentlich war. Somit ging das Gerücht um, dass ich vergewaltigt wurde oder meine Eltern mich verprügelt hätten. So wollte ich das nicht stehen lassen! Sie erfuhren die Wahrheit und waren geschockt. Zurecht! Sie schrieben mir einen Brief und waren alle total lieb zu mir. Als ich ein paar Tage später wieder in die Schule kam, war eigentlich fast alles so wie immer. Außer die, die so gemein zu mir waren entschuldigten sich.
Ich bekam Psychopharmaka und fing eine Therapie an.

Fazit: Ich werde so etwas nie nie nie mehr wieder machen! Zwar habe ich die Gedanken immer noch, aber ich weiß, wie ich damit umgehe. Wenn du jemals daran denken solltest so etwas zu machen, dann denke an meine Geschichte. Ich hoffe sie bringt dich davon ab! (:




2 Kommentare:

  1. und was hat das jetzt mit einem selbstmordversuch zu tun? ^^

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  2. da bin ich ja mal gespannt auf den bericht. ich hoffe/wünsche dir, du hast es nicht auch versucht...

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